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Immobilien und Grundbuch

Dolmetscher für den Grundstückskaufvertrag

Der Grundstückskaufvertrag ist der häufigste Anlass für einen Dolmetschereinsatz beim Notar. Der Termin dauert länger als viele erwarten, weil der gesamte Vertragstext verlesen und fortlaufend übersetzt wird.

Ablauf des Termins

Bei einem Grundstückskaufvertrag muss die Urkunde den Beteiligten vollständig vorgelesen werden. Ist ein Dolmetscher beteiligt, wird abschnittsweise verlesen und übersetzt, damit alle Beteiligten dem Text folgen können.

Das betrifft nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Auflassung, Belastungsvollmacht, Fälligkeitsvoraussetzungen, Gewährleistungsausschluss und die Kostentragung. Gerade diese Passagen sind sprachlich anspruchsvoll.

Der Notar hält im Protokoll fest, wer gedolmetscht hat und dass die Übersetzung erfolgt ist.

Zeitbedarf realistisch planen

Ein Kaufvertrag ohne Sprachmittlung ist häufig in gut einer Stunde beurkundet. Mit Dolmetscher sollten Sie etwa das Doppelte einplanen.

Wir buchen den Einsatz deshalb standardmäßig mit einem Zeitpuffer, damit ein länger laufender Termin nicht an einem Anschlusstermin des Dolmetschers scheitert.

Vorbereitung mit dem Vertragsentwurf

Immobilienrecht arbeitet mit Begriffen, für die es in vielen Sprachen keine direkte Entsprechung gibt: Auflassung, Auflassungsvormerkung, Grundschuld, Zwangsvollstreckungsunterwerfung. Diese Begriffe lassen sich nicht spontan sauber übertragen.

Deshalb sollte der Entwurf einige Tage vor dem Termin bei dem Dolmetscher vorliegen. Alle eingesetzten Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, und die Unterlagen werden nach dem Termin gelöscht.

Schriftliche Übersetzung der Urkunde

Nach § 16 Abs. 2 BeurkG kann der sprachunkundige Beteiligte verlangen, dass ihm eine schriftliche Übersetzung der Niederschrift beigefügt wird. Wird das gewünscht, sollte es früh feststehen, denn die Übersetzung braucht Vorlauf und wird gesondert berechnet.

Verzichtet der Beteiligte darauf, wird der Verzicht in der Niederschrift vermerkt. Das ist der in der Praxis übliche Weg.

Dolmetscher für den Notartermin organisieren

Wie Sie einen beeidigten Dolmetscher buchen und wie früh Sie das tun sollten.

Wann ist ein Dolmetscher beim Notar Pflicht?

Was § 16 BeurkG verlangt und wann der Notar einen Dolmetscher hinzuziehen muss.

Was kostet ein Dolmetscher beim Notar?

Honorare, Fahrtkosten und was den Gesamtpreis beeinflusst.

Englischer Dolmetscher beim Notar

Für englischsprachige Beteiligte, Kaufverträge und grenzüberschreitende Immobilienfälle.

Häufige Fragen

Kurze Antworten auf die Fragen, die uns dazu am häufigsten gestellt werden.

Wie lange dauert eine Beurkundung mit Dolmetscher?

Rechnen Sie mit ungefähr der doppelten Zeit gegenüber einem Termin ohne Sprachmittlung, in der Praxis also mit zwei bis drei Stunden für einen normalen Kaufvertrag.

Muss der Vertrag schriftlich übersetzt werden?

Auf Verlangen des Beteiligten ja. In der Praxis wird häufig auf die schriftliche Übersetzung verzichtet; der Verzicht wird in der Niederschrift festgehalten.

Wann sollte ich den Dolmetscher buchen?

Sobald der Beurkundungstermin steht, idealerweise 7 bis 10 Tage vorher. Bei selteneren Sprachen und außerhalb der Ballungsräume lohnt sich mehr Vorlauf.

Braucht der Dolmetscher den Vertragsentwurf?

Ja. Der Entwurf sollte einige Tage vorher vorliegen, damit die Terminologie vorbereitet werden kann. Er wird vertraulich behandelt.

Gilt das auch für die Grundschuldbestellung?

Ja. Auch die Grundschuldbestellung ist eine Beurkundung, für die § 16 BeurkG gilt. Sie wird häufig direkt im Anschluss an den Kaufvertrag beurkundet.

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